Tag der offenen Tür / Deutscher Reha-Tag am 22. September 2012

Liebe Gäste und Besucher der Augusta Klinik,

es wird viel Fachwissen geschrieben und erklärt und trotzdem haben gerade ältere Menschen oft nicht die Kenntnisse über das, was da mit ihnen geschieht. Das Rad der Zeit dreht und sie fühlen sich überfordert, ängstlich und trotz aller Bemühungen allein gelassen. Natürlich haben wir auch Informationen für Sie zusammen gestellt, besonders, was den bevorstehenden 9. Deutschen Rehatag angeht, den wir als willkommenen Anlass nehmen unser Haus im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ vorzustellen.

Pressemitteilung zum Tag der offenen Tür am 22.09.2012 Programm zum Tag der offenen Tür am 22.09.2012
 
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Wir dachten uns aber, dass es am Besten ist, eine Patientin einmal ihre Geschichte erzählen zu lassen. Vielleicht finden Sie sich darin ja wieder...


Erzählung einer Rehapatientin
Ich hatte immer diese Schmerzen und wurde immer hilfloser. Ich konnte mich kaum mehr bewegen und ich hatte große Angst meiner Familie noch mehr zur Last zu fallen, als ich es ohnehin, aus meiner Sicht, schon tat. Mein Mann starb vor drei Jahren und ich lebe jetzt allein in der Wohnung. Meine Tochter kam zwar oft zu mir, dennoch, ich fühlte mich nicht genügend unterstützt. Aber, sie muss ja auch arbeiten und hat ihre eigene Familie. Das Leben wurde schwerer für mich. Früher, als ich noch Kind war, lebten die alten Leute bei ihren Familien, heute lebt jeder für sich allein. Ich war schwach geworden. Die Sorgen um meine Gesundheit nahmen von Tag zu Tag zu und ich wusste, dass die Operation, von der der Arzt sprach, nicht mehr zu umgehen war. Was wird danach sein? Werde ich die Operation gut überstehen?

All diese Fragen habe ich mir gestellt. Die Ärzte im Krankenhaus waren sehr nett, aber ich habe vieles trotzdem nicht verstanden. Wahrscheinlich durch meine Angst bedingt.

Nachdem die Operation gut verlaufen und ich noch paar Tage im Krankenhaus war kam ich in die Rehabilitationsklinik.

Sehr erschöpft kam ich am ersten Tag an und wurde freundlich von dem jungen Personal empfangen. Ich spürte eine zwanglose Vertrautheit, die mir gut tat. Auf meinem Zimmer wurde mir ein Glas Wasser angeboten und ich konnte mich etwas ausruhen. Die Verwaltungsdame machte mit mir die Aufnahme, indem sie mich fragte, welchen Service des Hauses ich nutzen möchte, z.B. Telefon Freizuschalten oder auch ein Kasten Wasser ins Zimmer geliefert zu bekommen. Danach kam auch schon die Schwester, der ich meine Erlebnisse im Krankenhaus schilderte. Sie führte mich zum Arzt der mich eingehend untersuchte und meine Fragen beantwortete. Ich fühlte mich geborgen und gut aufgehoben. Es war an diesem Tag viel los, aber das Personal nahm sich Zeit für mich und meine Bedürfnisse. Mir wurde alles genauestens erklärt und ich wurde gefragt, ob ich alles Verstanden habe oder noch Fragen hätte.

Nach der Untersuchung konnte ich zurück auf mein Zimmer, welches ich allein bewohnte und was mir gut gefiel. Hier legte ich mich erst einmal auf mein Bett und ließ meinen Gedanken freien Lauf. Es war Ruhe. Eine Ruhe, die ich seit meinem Krankenhausaufenthalt nicht mehr gehabt hatte. Ich war allein und niemand störte meine Gedanken. Jetzt kamen ein paar Tränen. Ich spürte, wie sich meine Anspannung löste und ich ließ diesen Tränen ihren freien Lauf. Dann schlief ich ein. Abends klopfte es leise an meiner Tür und ich wurde wieder wach. Eine freundliche Stimme forderte mich sanft auf Wachzuwerden. Ich öffnete meine Augen und eine Schwester stand an meinem Bett. Sie hielt ein bisschen meine Hand und stellte sich vor. Es tat mir gut. Sie ging ins Bad und brachte mir einen lauwarmen Waschlappen, damit ich mir mein Gesicht, den Hals und Nacken abreiben konnte. Sofort fühlte ich mich besser und stand langsam auf, damit mein Kreislauf nicht absank. Die freundliche Schwester teilte mir mit, dass es bereits Abendessen gibt. Ich wollte zuvor noch „schnell“ duschen und danach fühlte ich mich sehr frisch und ausgeruht.

Das Personal des Speisesaals zeigte mir meinen Platz für die Zeit meiner Rehabilitation und ich bekam nette und gesprächige Tischnachbarn. Wir teilten unsere Erfahrungen und ich spürte, dass ich mit meinen Sorgen nicht allein war. Vor allem eine Dame an meinem Tisch fand ich besonders nett. Wir setzten uns nach dem Essen noch auf die herrliche Terrasse vor dem Haus und plauderten. Ich vergaß ganz die Schmerzen und Sorgen, die mich bis dato unverändert gequält hatten. Entspannt und wohlig müde ging ich an diesem ersten Tag zu Bett.

Der Aufmerksamkeit der Schwester war es nicht entgangen, dass ich geweint hatte und somit wurde mir ein Termin bei einer Psychologin vereinbart. Das Gespräch mit ihr tat mir sehr gut und ich konnte mit einer Fachfrau über meine Ängste und Sorgen sprechen. Sie half mir sehr und ich bekam unter anderem eine Gruppentherapie zur Entspannung.

Die Therapeutinnen halfen mir geduldig meine Mobilität zurückzugewinnen und mit zunehmendem Vertrauen konnte ich meine Beine langsam wieder mehr belasten. Ich wurde gelenkiger und dadurch steigerte sich mein Allgemeinbefinden.

Die Dame an meinem Tisch und ich sind heute noch befreundet. Wir haben uns sozusagen gesucht und gefunden und es ist schön, nicht mehr allein zu sein. Ich habe durch die Rehabilitation gelernt, dass es auch im Alter durchaus viele Möglichkeiten gibt, ein lebenswertes Leben zu genießen. Durch die Ernährungsberatung in der Klinik wurde mir einiges klarer und ich konnte die Empfehlungen auch mit nach Hause nehmen und dort für mich anwenden. Ich bin glücklich mit meinem neuen Mut und Mobilität ohne nennenswerte Schmerzen und habe mir eine Haushaltshilfe für 1 x die Woche gesucht. Das entspannt das permanente Gefühl nicht genug zu tun und entlastet auch meine Tochter, die mit meinen Enkelkindern zu Besuch kommt. Wir nutzen die Zeit gemeinsam, ohne zusätzliche Arbeit.

Ich habe mich einem Seniorenverein angeschlossen, wo wir gemeinsam singen, Gymnastikübungen durchführen und andere Aktivitäten planen.

Durch die Erfahrungen in der Rehaklinik habe ich erkannt, dass es niemals zu spät ist sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen und auch nach Hilfe zu fragen. Sicherlich werde ich wieder dorthin gehen, diesmal aber als private Anwenderin.

 

Der Mutmacher
Diese kleine Geschichte soll auch Ihnen Mut machen. Es ist für uns wichtig, dass Sie sich sicher fühlen und die Situation, die Ihnen Ihr Leben stellt, mit Energie und positivem Denken meistern. Es ist sicherlich nicht alles perfekt bei uns, aber wir bemühen uns darum, Ihnen Ihren Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Alle unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind mit dieser Einstellung bei uns, um für Sie ihr Bestes zu geben und das mit vollem Einsatz!


Rehabilitation bedeutet „Wiederherstellung“
Rehabilitation bedeutet „Wiederherstellung“. Uns sollte allen klar sein, dass wir keine „18“ mehr sind. Der Körper braucht länger, um sich wieder zu regenerieren, obwohl man ja sagt, dass der Körper sich alle 7 Jahre erneuert. Also müsste ein 50jähriger einen Körper eines 10jährigen haben. Um hier ins Detail zu gehen, würden wir zu weit abschweifen. Die Wissenschaft sagt, dass sich zwischen 10 und 50 Millionen Körperzellen pro Sekunde abbauen und durch neue Zellen ersetzt werden. Das gibt uns die Hoffnung durch die richtige Eigeninitiative den Selbstheilungsprozess des Körpers zu aktivieren und zu unterstützen.


Kleines Lexikon der Selbsthilfe
Hierfür sollten Sie folgende Komponenten beachten, die auch unserer Patientin aus der Geschichte sehr geholfen haben:

  • Ausreichend Ruhe und Schlaf
  • Frische, unbehandelte, vitaminreiche Nahrung und ruhig auch mal Rohkost
  • Frisches Wasser, am Besten aus Glasflaschen, damit keine Plastikablagerungen den Körper zusätzlich belasten
  • Tägliches Duschen –Wechselduschen warm-kalt- regen den Kreislauf an
  • Sauna
  • Tägliches spazieren gehen oder leichtes Walking, evtl. Yoga (gibt es auch für ältere Menschen), der Geist wird wieder frei.
  • Leichtes Stretching hilft die Gelenkigkeit des Körpers aufrecht zu erhalten und löst Blockaden und Verspannungen. Gestaute Energien können wieder frei fließen.
  • Entspannungstechniken wie autogenes Training und Meditation - ein Muskelaufbau kann dadurch leichter gefördert werden.
  • Wohltuende Massagen mit Aromen die entspannen oder aktivieren - der Körper kann dadurch bei der Entschlackung des Stoffwechsels unterstützt werden
  • Freizeitaktivitäten mit Gleichgesinnten, um die sozialen Kontakte zu pflegen und Spaß und Ausgleich an der Kommunikation zu finden – einer Vereinsamung durch Schmerzen und körperlichen Einschränkungen wird durch Freunde und einen großen Bekanntenkreis vorgebeugt.


Wenn Sie Fragen hierzu haben, können Sie sich gern an uns wenden, wir geben kompetente Auskünfte und falls wir mal eine Frage nicht beantworten können, finden wir sicher einen Spezialisten, den Sie kontaktieren können.

 

Mehr Informationen zum Deutschen Reha-Tag:

www.rehatag.de - Website des deutschen Reha-Tags

Hier finden Sie die Botschaften als PDF-Datei zum Herunterladen:

Die Botschaften des Reha-Tages

Die Botschaften der Reha-Tage 2004 bis 2007 zum Herunterladen:

Die Botschaften des Reha-Tages 2007 REchtzeitig HAndeln - Reha vernetzt
Die Botschaften des Reha-Tages 2006 REchtzeitig HAndeln - Engagement für Generationen
Die Botschaften des Reha-Tages 2005 REchtzeitig HAndeln - Durch Reha mitten im Leben
Die Botschaften des Reha-Tages 2004 Fünf gute Gründe rechtzeitig zu handeln